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Hommage Lana Gogoberidze


In Kooperation mit der Kinothek Asta Nielsen e.V. und dem Georgian National Film Center widmet goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films seine diesjährige Hommage der georgischen Filmemacherin Lana Gogoberizde. Vom 20. bis zum 30. April werden in Wiesbaden und Frankfurt insgesamt zehn Spielfilme der Regisseurin und Drehbuchautorin gezeigt, entstanden in einem Zeitraum von mehr als 60 Jahren.


Lana Gogoberidze (*1928), Tochter der Kinopionierin Nutsa Gogoberidze (1902–1966) und Mutter der Regisseurin Salomé Alexi drehte insgesamt 13 Filme, die sich vor allem mit den Lebenswirklichkeiten von Frauen beschäftigen.

Sechs der Filme des Programms wurden vor Kurzem neu digitalisiert, dank der Bemühungen des Georgian National Film Centers und dessen ehemaligen Leiters Gaga Chkheidze, sowie weiterer georgischer und internationaler Institutionen.  


Lana Gogoberidze wird gemeinsam mit ihrer Tochter Salomé Alexi, die bei mehreren Filmen ihrer Mutter als Schauspielerin mitwirkte, am Festival teilnehmen. Am 23. April um 14.00 Uhr spricht Gogoberidze in einem Werkstattgespräch im Theater im Pariser Hof (Wiesbaden) über ihre Filmarbeit. Das Gespräch moderiert die Leiterin der Kinothek, Gaby Babić.


Anlässlich der Hommage erscheint ein Text von Gaby Babić zu Lana Gogoberidzes Filmarbeit im goEast-Festivalkatalog, download hier.

20.–30. April in verschiedenen goEast-Spielstätten in Wiesbaden und im Kino des Deutschen Filminstituts & Filmmuseums

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UNDER ONE SKY / ERTI TSIS QVESH / UNTER EINEM HIMMEL

R Lana Gogoberidze,

Georgische SSR 1961, 85 min


Gogoberidze drehte ihr Debüt mit großzügigem Budget, doch fiel der Film beinahe durch die Zensur. Ein „unsowjetisches“ filmisches Triptychon: drei Mal weibliches Begehren im Zeitenwandel. Beginnend 1921 mit der ihren Geliebten ins Verderben stürzenden adligen Femme fatale Maja. Gefolgt von Nana (als Tomboy gehänselt), die sich im Kriegsjahr 1941 über den Dächern von Tiflis verliebt. Schließlich die Erfolgsarchitektin Rusudan, die 1961 – das Entstehungsjahr des Films – auf einer Großbaustelle einen Maler fördert und begehrt. Die experimentierfreudig-dynamische Kamera inszeniert die Blicke der Frauen auf die (Männer-)Welt. (Gaby Babić)

Samstag, den 23. April, 16 Uhr, Theater im Pariser Hof Wiesbaden

Dienstag, den 26. April, 20.30 Uhr Kino des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

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I SEE THE SUN / ME VKHEDAV MZES / ICH SEHE DIE SONNE

R Lana Gogoberidze, Georgische SSR 1965, 87 min


Der Schrecken des Kriegsausbruchs, die unfassbare Realität einer neuen Zeit: 2022 wird man Gogoberidzes vom „Großen Vaterländischen Krieg“ in einem georgischen Dorf erzählenden Zweitfilm mit neuen Augen sehen – vielleicht mit jenen ihrer sanften Heldin. Chatia ist blind und sieht nur zwei Dinge: die Sonne vor ihr und den Waisenjungen Dato, dessen Moral und Liebe sie spürt. Auf einem Esel wird er sie führen, durch eine Welt (allzu)menschlicher Begegnungen. Kein Autorenfilm, dafür die filmpoetische Auseinandersetzung mit Autor Nodar Dumbadze, dessen unprätentiöse Subtilität Gogoberidze schätzte. (Barbara Wurm)

Freitag, den 22. April, 18 Uhr, Theater im Pariser Hof Wiesbaden

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LIMITS / PERISTSVALEBA / GRENZEN

R Lana Gogoberidze, Georgische SSR 1968, 83 min


Der Theaterregisseur Givi und seine Freunde werden unabsichtlich Zeugen eines Mordes. Sie versuchen, ihn zu verhindern, scheitern jedoch daran. Als Konsequenz darauf, hadert Givi mit sich und seiner Moral. Er deutet sein Scheitern als Zeichen ethischer Apathie und stoppt die Produktion seines Theaterstücks aus der Überzeugung heraus, kein Recht mehr zu haben, der Gesellschaft seine Vorstellungen mitzuteilen. Lana Gogoberidzes fünfter Film ist eine nuancierte Abhandlung über die (Un-)Möglichkeit von moralischer Integrität in der Kunst.

Sonntag, den 24. April, 22 Uhr, Murnau Filmtheater Wiesbaden

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WHEN ALMONDS BLOSSOMED / ROTSA AKVAVADA NUSHI / ALS DIE MANDELBÄUME BLÜHTEN

R Lana Gogoberidze, Georgische SSR 1972, 75 min


Es ist Frühling. Die Teenager-Clique von Zura, Khatuna, Laxo und Eka fährt nach dem Unterricht ans Meer oder genießt den Trubel auf den Boulevards von Tiflis. Zura, Sohn eines erfolgreichen und herrischen Vaters, steht als erfolgreicher Radrennsportler im Mittelpunkt. Doch hinter der jugendlichen Unbeschwertheit und Aufbruchsstimmung brodelt es: Der zwar einnehmende, aber verantwortungslose Zura, wird vom Vater aus allerlei Schwierigkeiten herausgeboxt – bis Khatuna ihn zur Verantwortung zieht. Ein Film über Generationskonflikte und die Moral des Coming-of-Age. (Gaby Babić)

Donnerstag, 21. April, 21 Uhr, Theater im Pariser Hof Wiesbaden

Mittwoch, den 27. April, 18 Uhr, Kino des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

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COMMOTION / AURZARI SALKHINTESI / TUMULT

R Lana Gogoberidze, Georgische SSR 1975, 85 min


In der Stadt der Freude herrscht eine Kultur des exzessiven Essens – alles dreht sich um Diners, Restaurants, Kochwettbewerbe und die georgische Küche. Makro, eine berühmte Theaterschauspielerin, die ihre große Karriere schon hinter sich hat, kehrt hierhin zurück und möchte ihre Spiritualität mit einfließen lassen. In einem der örtlichen Restaurants eröffnet sie eine Gemäldegalerie und zieht damit die Wut der Restaurantbesitzer auf sich – doch die Stadtbewohner sind begeistert. TUMULT – der von Kritik und Publikum gefeiert wurde – zeichnet sich neben seinem Humor durch seinen ethnografischen Einsatz von Musik und Tanz aus der kachetischen Region.

Mittwoch, den 27. April 20.30 Uhr, Kino des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

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SOME INTERVIEWS ON PERSONAL MATTERS / RAMDENIME INTERVIU PIRAD SAKITKHEBZE / EINIGE INTERVIEWS ZU PERSÖNLICHEN FRAGEN

R Lana Gogoberidze, Georgische SSR 1978, 95 min


Die Journalistin Sofiko ist interessiert am Alltag der Menschen: Sie liebt ihre Arbeit, ihren Mann, ihre Kinder und hilft anderen, wo sie nur kann. Und doch: Vor die Wahl gestellt, wählt sie die Karriere und ihr Mann die jüngere Geliebte. Ihre Interviews sollen Sofiko nun das Leben erklären, ein Mosaik aus Frauenstimmen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Auch wenn sie meint, zu einer neuen Generation zu gehören, zeigen Rückblenden ihre Prägung durch die Geschichte ihres Landes – und gewähren einen Blick auf die Familiengeschichte der Regisseurin. Einer der ersten feministischen Filme des sowjetischen Kinos. (Christine Gölz)

Donnerstag, 21. April, 17 Uhr, Theater im Pariser Hof Wiesbaden

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DAY IS LONGER THAN NIGHT / DGES GAME UTENEBIA / DER TAG IST LÄNGER ALS DIE NACHT

R Lana Gogoberidze, Georgische SSR 1984, 104 min


Der Form nach eine Ballade, wartet dieser Film mit atemberaubenden Naturaufnahmen, opulenter Folklore und ironischen Brechungen auf. Die Landschaft ist ebenso gewaltig wie die große Geschichte, die den Hintergrund für das Schicksal bildet, von dem erzählt wird. Riesige Berge, weite Hügelkämme, kleine Dörfer: Hier lebt Eva, die sich heftig in Giorgi verliebt. Doch Evas Liebe ist in Gefahr, das Leben von den Wirren von Revolution, Neuer Ökonomischer Politik und Kollektivierung bestimmt. Die Episoden des Films werden von Wanderschauspieler:innen mit Volksliedern kommentiert. DER TAG IST LÄNGER ALS DIE NACHT lief 1984 im Wettbewerb von Cannes. (Gaby Babić)

Mittwoch, 20. April, 20 Uhr, Murnau Filmtheater Wiesbaden

Freitag, den 29. April, 18 Uhr, Kino des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

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FULL CIRCLE / OROMTRIALI / HIN UND HER

R Lana Gogoberidze, Georgische SSR 1986, 100 min


HIN UND HER kreist um ein psychologisches Experiment: der Gesichtsausdruck bei gegensätzlichen Leidenschaften wie Hass und Liebe sei für Menschen nicht zu unterscheiden, wenn die dazugehörigen Worte nicht zu hören sind. Ausdruck ist zumindest das Metier der alternden Schauspielerin Manana, die keine Rollen mehr bekommt. Die Wege des einstigen Stars kreuzen sich mit denen etlicher weiterer Menschen, die ihre eigenen sozialen und moralischen Probleme zu lösen haben. Manches fügt sich im Perestroika-Zeitenwirbel, vieles auch nicht. Beim Filmfestival in Tokyo 1987 bekam Gobogeridze für ihre Filme von Jurypräsidenten Gregory Peck den Preis für die Beste Regie überreicht. (Gaby Babić)

Mittwoch, 20. April, 22 Uhr, Murnau Filmtheater Wiesbaden

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WALTZ ON THE PETSCHORA / VALSI PECHORAZE / DER WALZER AUF DER PETSCHORA

R Lana Gogoberidze, Georgien 1992, 104 min


Georgien zur Zeit des Großen Terrors: ein Mädchen nimmt Reißaus aus dem Waisenhaus in die elterliche Wohnung. Ihr Vater wurde als Volksfeind erschossen, die Mutter deportiert. „Zuhause“ hat sich ein Tschekist eingerichtet. In einer Parallelhandlung schreibt die Mutter aus der Strafgefangenschaft Briefe an die Tochter, sie wird mit anderen Frauen zum Gewaltmarsch im Eis gezwungen. Im Fokus von Gogoberidzes Totalitarismus-Analyse: die zwischen Anziehung und Abscheu oszillierende Begegnung zwischen dem Geheimpolizisten und dem Mädchen. Dem Überleben gilt die Stimme der Mutter aus dem Off – Tanz und Musik widersetzen sich der Gewalt des Systems. (Gaby Babić)

Freitag, den 22. April, 14 Uhr, Caligari FilmBühne Wiesbaden

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THE GOLDEN THREAD / OKROS DZAPI / DER GOLDENE FADEN

R Lana Gogoberidze, Georgien 2019, 90 min


Mit ihrer Familie lebt Autorin Elene in einer Wohnung voller Erinnerungen – drei Generationen unter einem Dach. Sie ist gerade 80 geworden und schreibt an ihrem neuen Buch, als ihre Jungendliebe Archil sich nach langer Zeit meldet. Zu allem Überfluss zieht auch noch die Schwiegermutter ihrer Tochter ein: Wegen ihrer Alzheimererkrankung kann Miranda nicht länger alleine leben. Einst war sie stramme Sowjet-Funktionärin. Die beiden Frauen könnten unterschiedlicher nicht sein. Ein Kammerspiel über das Vermögen auch schmerzliche Vergangenheit im Hier und Jetzt zu integrieren – frei nach der japanischen Kunst des Goldflickens. (Gaby Babić)

Samstag, den 30. April, 18 Uhr Kino des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

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... fragt sich nur, wie Du gelebt hast

Werkschau Renate Sami


Die Berliner Filmemacherin und Übersetzerin Renate Sami, geboren 1935, kam in den 70er-Jahren über die Student*innenbewegung zum Film. Ihr filmisches Werk entzieht sich gängigen Kategorisierungen. Es oszilliert zwischen Alltäglichem und Politischem, der Liebe zu Literatur und Musik und ist geprägt von einer großen Zuneigung der Filmemacherin zu den Menschen und Orten, die sie filmt. Die Werkschau lädt zum Entdecken oder Wiedersehen der Filme Renate Samis‘ ein: die erzählerische Freiheit, die ihnen eigen ist, wirkt nach.

August 2021 und

März 2022

Kino des Deutschen Filminstituts & Filmmuseums

und Pupille – Kino in der Uni e.V.

19.8.2021 / 20.15 Uhr

Kino des DFF


WENN DU EINE ROSE SIEHST

DE 1995. R: Renate Sami. 4 Min. 16mm

Bezaubert von Cathy Berberians Stimme und mit Fetzen von Melodien und Gedichten im Kopf wandert Renate Sami durch Straßen, Gärten, Felder und Wälder auf der Suche nach Frühlings- und Sommerblumen.


MIT PYRAMIDEN

DE 1990. R: Renate Sami. 93 Min. 16mm

Mit achtzehn Jahren ging Renate Sami nach Kairo und lebte zehn Jahre dort. Für MIT PYRAMIDEN reist sie zurück und blickt in die eigene Vergangenheit. Der Film erkundet assoziativ Räume, Straßen sowie Klänge der Metropole; zwei Frauen erzählen von ihrem Leben: „Diesen Film in Worte zu fassen und nachzuerzählen, ist darum fast unangebracht, weil auf seine sagbare Substanz eher wenig, nahezu alles dagegen auf sein Aroma und Fluidum ankommt, den unerzählbaren Sinn und Geist von Beglückung durchs Reisen, womit er durchtränkt ist und mit dem er die Seele des Zuschauers noch lange nachwirkend erfüllt. Ein solches Werk muß lange Wurzeln haben im Leben der Autorin, deren Behandlung des Stoffs ihr althergebrachtes Liebes- und Wissensrecht auf ihn verrät.“ (Peter Nau)

Renate-Sami-Filmreihe-2022-Flyer

03.03.22 / 20.15 Uhr

Kino des DFF

 

Filme – Lesung – Gespräch

 

FILMTAGEBUCH 1975-1985 (STREIFZÜGE)

DE 2005. R: Renate Sami. 37 Min. Digital

FILMTAGEBUCH 1975–85 zeigt Portraits von Freund*innen, den polnischen Markt am Potsdamer Platz, die Mauer, ein Picknick im Park, Turin im Winter, ein Gedicht von Cesare Pavese. Mit diesem Film, der von einer großen erzählerischen und lyrischen Freiheit durchdrungen ist, lädt Renate Sami zu einem Nachdenken über Erinnerung und Freundschaft ein.


EIN JAHR

DE 2011. R: Renate Sami. 12 Min. Digital

Ein Baum gesehen durch das Fenster meiner Küche.

Hinter dem Baum eine Wand, der Putz ist alt, blättert ab

und bildet seltsame abstrakte Formen und Muster,

die im Licht der jeweiligen Tages- und Jahreszeit eine andere Gestalt annehmen.

(Renate Sami)


VENEDIG DEZEMBER 2011

DE 2011. R: Renate Sami. 5 Min. Digital

Die Farben im Hotelzimmer, das Grau über der Lagune, die Fahrten mit den Vaporetti im Nebel. (Renate Sami)


AM LIETZENSEE

DE 2013. R: Renate Sami. 9 Min. Digital

See und Park über die Jahreszeiten hindurch. Die Kamer folgt einzelnen Menschen, zoomt heran, um sich im nächsten Moment neuen Eindrücken zu widmen.


KAIRO APRIL 2013

DE 2013. R: Renate Sami. 2 Min. Digital

Ein Blick aus dem Fenster. Beim Friseur. Blick über die Stadt. Ein Gemüsestand in Digla, blühende Bäume. (Renate Sami)


WENN DU EINE ROSE SIEHST

DE 1995. R: Renate Sami. 4 Min. 16mm

Bezaubert von Cathy Berberians Stimme und mit Fetzen von Melodien und Gedichten im Kopf wandert Renate Sami durch Straßen, Gärten, Felder und Wälder auf der Suche nach Frühlings- und Sommerblumen.


RENATE

DE 2021. R: Ute Aurand, 6 Min. 16mm

Ein Portrait der Filmemacherin, gedreht von ihrer Freundin Ute Aurand. Die beiden verbindet auch eine jahrelange kuratorische Zusammenarbeit.


Zu Gast: Ute Aurand

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10.03.22 / 20.15 Uhr

Kino des DFF


BROADWAY MAI ‘95

DE 1996. R: Renate Sami. 30 Min. 16mm

Ein Film über den Broadway, denn er ist die Essenz dieser Stadt.

Der Film folgt dem Verlauf der Straße von Süden nach Norden, beginnend am Battery Park und endend an der Broadway Brücke, über die der Broadway Manhattan verläßt. Drehorte waren die auf diesem Wege liegenden 34 Subway Stationen. (Renate Sami)


CESARE PAVESE. TURIN – SANTO STEFANO BELBO  

BRD 1985. R: Renate Sami, Petra Seeger. 60 Min. 16mm. OmU

Der Autor Cesare Pavese wurde 1908 in Santo Stefano Belbo geboren, das ist ein kleiner Ort in den Bergen zwischen Turin und Genua. Er lebte und arbeitete in Turin, wo er sich 1950 im Alter von 42 Jahren das Leben nahm. In diesen beiden Orten sind auch die beiden letzten Romane angesiedelt: “Tra donne sole” (Unter allein lebenden Frauen) in Turin und “La luna e i fal” (Der Mond und die Feuer) in Santo Stefano Belbo. Der Film spielt an diesen beiden Orten und handelt von diesen beiden Romanen. Und es kommen vor: Photos von Pavese, Texte aus seinem Tagebuch, zwei Interviews mit zwei alten Freunden, einem aus der Stadt, Massimo Mila, und einem vom Land, Pinolo Scaglione, und ein Volkslied aus dem Piemont. (Renate Sami)

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29.03.22 20:15 Uhr

Pupille – Kino in der Uni


ES STIRBT ALLERDINGS EIN JEDER, FRAGT SICH NUR WIE UND WIE DU GELEBT HAST (HOLGER MEINS)

BRD 1976. R: Renate Sami. 60 Min. 16mm

Ein Film über Holger Meins, der 1972 zusammen mit Andreas Baader und Jan-Carl Raspe verhaftet wurde, und am 9. November 1974 an den Folgen eines Hungerstreiks starb. Ich sprach mit Menschen, die zuletzt mit ihm zusammen gelebt und gearbeitet hatten: Ulrike Edschmid, Gerd Conradt, Hartmut Bitomsky, Harun Farocki, Helke Sander, Günther Peter Straschek und Clara Schmitt, sechs Kommilitonen und eine junge Frau, die damals zu einem Schüler-Kollektiv gehörte, das mithilfe von Filmstudenten, das waren damals Holger Meins und Günther Peter Straschek, seine eigenen Probleme filmisch darstellen wollte. (Renate Sami)


OSKAR LANGENFELD. 12 MAL

BRD 1966. R: Holger Meins. 12 Min. 16mm

Holger Meins’ filmisches Portrait in zwölf Kapiteln über einen alten Mann namens Oskar Langenfeld, der den Winter 1966 in einem Männerwohnheim in Berlin-Kreuzberg verbringt.


DIE SCHUTZFOLIE

BRD 1983. R: Renate Sami. 8 Min. 16mm

Entstanden im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts „Aus heiterem Himmel“, das eine Antwort sein sollte auf die Bedrohung durch Atomkraftwerke und -waffen. Ich fand ein Lied sei die richtige Antwort, Ramona Sweeney hatte es komponiert und sang es. (Renate Sami)

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Die Werkschau Renate Sami wird kuratiert von Gaby Babić und Björn Schmitt. Eine Veranstaltung der Kinothek Asta Nielsen e.V. in Zusammenarbeit mit dem Kino des Deutschen Filminstituts & Filmmuseums und Pupille – Kino in der Uni e.V.


Wir danken Renate Sami, Ute Aurand und der Stiftung Deutsche Kinemathek.

„Aschunen I Dikhen – hört und schaut hin“

Rom*nja und Sinti*zze: Definitionsmacht, Empowerment und künstlerische Praxen


In Kooperation mit der Bildungsstätte Anne Frank und der Kinothek Asta Nielsen e.V. lädt das Frauenreferat an verschiedenen Orten in Frankfurt zur feministischen Veranstaltungsreihe „Aschunen I Dikhen – hört und schaut hin“ ein.

Zudem zeigt die Bildungsstätte 2022 eine Ausstellung zu Perspektiven von Rom*nja und Sinti*zze in Hessen.


Im Fokus der Veranstaltungsreihe stehen die Themen Rassismus gegen Rom*nja und Sinti*zze, Defintionsmacht, Empowerment und künstlerische Praxen. Die Beteiligten zeigen ihre Perspektiven, auf Körper, Alltag und Politik in Form von Filmen, Musik, Worten und Performances. Aktuelle Herausforderungen im Kontext sozialer Ungleichheit, rechter Gewalt sowie antifeministischer und antiziganistischer

Mobilisierung werden ebenso diskutiert wie die Notwendigkeit feministischer Bündnisse. Die Veranstaltungen zeigen und bestärken die Perspektiven von Frauen* und ihre künstlerischen und politischen Interventionen und Aktionen.


Die Veranstaltungsreihe knüpft an die Film- und Diskussionsreihe „Revision. Rom*nja-Bürgerrechtsbewegung und Kämpfe gegen Antiziganismus“ der Kinothek Asta Nielsen an und ist Bestandteil der Kampagne „Klischeefreie Zone Frankfurt“.


„Ashunen I Dikhen“ wird kuratiert von Ursula Schmidt Pallmer und Linda Kagerbauer.


Tickets, Informationen und aktuelle Hygieneauflagen finden Sie auf den Seiten der Veranstalter*innen und auf klischeefreie-zone-ffm.de



Das Programm


24.09.2021 | 19.30 Uhr | Brotfabrik Frankfurt

Dotschy Reinhardt

Eröffnung, Lesung, Gespräch und Konzert

Dotschy Reinhardt ist Jazz-Musikerin, Menschenrechtlerin und Autorin des Buches „Everybody‘s Gypsy: Popkultur zwischen Ausgrenzung und Respekt“. Seit 2016 ist sie Vorsitzende des Landesrat Deutscher Sinti und Roma Berlin-

Brandenburg e.V.


2.12.2021 | 19 Uhr | Online über den YouTube-Kanal

der Bildungsstätte Anne Frank

Ein Abend zu Katarina Taikon mit Lawen Mohtadi

Vortrag mit Filmausschnitten und Gespräch

Lawen Mohtadi ist Autorin des Buches „The Day I Am Free“ und Co-Regisseurin des Dokumentarfilms „Taikon“ über die charismatische schwedische Rom*nja-Bürgerrechts-Aktivistin und Kinderbuchautorin Katarina Taikon, die in den 1960er Jahren bessere Lebensbedingungen für Rom*nja in Schweden erkämpfte. Die Veranstaltung moderiert Radmila Mladenova. Sie forscht in der Forschungsstelle Antiziganismus der Universität Heidelberg zu Antiziganismus und Film.

In Kooperation mit AKE DIKHEA Romafilmfest Berlin.


26.01.2022 | 19 Uhr | Kino des DFF

DAS FALSCHE WORT

von Melanie Spitta und Katrin Seybold

BRD 1987, 85 Minuten

Film und Gespräch

Der Film „Das falsche Wort“ zeigte 1987 zum ersten Mal in der Geschichte der BRD zusammenhängend die Verfolgung der deutschen Sinti im Nationalsozialismus aus der Sicht von Sinti*zze erzählt. Die Bürgerrechtlerin und Filmemacherin Melanie Spitta war selbst Kind von Überlebenden. Im Anschluss spricht Isidora Randjelović vom feministischen Rom*nja Archiv RomaniPhen e.V. u. a. mit Carmen Spitta, der Tochter von Melanie Spitta und Manja Schuecker-Weiss (Sozialpädagogin und Mediatorin, Niedersächsischer Verband Deutscher Sinti e.V.).


23.02.2022 | 18 Uhr | Cinéma Frankfurt

WEIL WIR ROMNJA SIND?!“

D 2019, 85 Minuten

Film und Gespräch

Dragiza, Anita und Alina sind Rom*nja aus Frankfurt mit rumänischem Hintergrund. Die drei unterschiedlichen Freundinnen kämpfen gegen Diskriminierung und für ein besseres Leben. Der Film begleitet sie über vier Jahre bei ihren alltäglichen Kämpfen und Begegnungen mit anderen Romnja. Im Anschluss spricht Linda Kagerbauer mit den Regisseurinnen Dragiza Pasara Caldaras, Anita Adam, Alina Preda und Ursula Schmidt Pallmer.


23.03.2022 | 18 Uhr | Historisches Museum

Perspektiven Frankfurter Sintizze und Romnja

Vortrag und Gespräch

Es berichten Carmen Spitta, die Tochter der Frankfurter Filmemacherin und Bürgerrechtsaktivistin Melanie Spitta; Sonja Böttcher, sie lebt und arbeitet in Frankfurt und Patrizia Siwak, sie arbeitet im Berufsbildungsprojekt des Fördervereins

Roma e.V. Gemeinsam sprechen sie über ihre Familiengeschichten und

Erfahrungen als Angehörige der Minderheiten.


12.04.2022 | 20 Uhr | Mousonturm

Mindj Panther – Sandra und Simonida Selimović

Gespräch und Konzert

Der Name des feministischen Rap Duos Mindj Panther leitet sich von dem Romani Wort Mindj ab, ein Ausdruck für Vagina. Der Panther erinnert an die Black Panther Bewegung. Die beiden Schwestern sind feministische Aktivits*innen und Schauspieler*innen in Film, Fernsehen und Theater – unter anderem in „Roma Armee“ am Maxim Gorki Theater in Berlin. Gemeinsam gründeten sie 2010 den ersten feministischen Romatheaterverein Romano Svato.

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Die Gesänge der Sarah Maldoror

Ein Kino der Nähe, der kollektiven Verantwortung und des Teilens

Juni und Juli 2022


Sarah Maldoror (1929–2020) ist eine der bedeutendsten Pionierinnen des afrikanischen und afrodiasporischen Kinos und doch dem hiesigen Publikum relativ unbekannt geblieben.

Im südfranzösischen Gers als Tochter eines Vaters aus Guadeloupe und einer französischen Mutter geborenen, legte sie als junge Frau ihren Familiennamen Ducados ab und gab sich, inspiriert von Lautréamonts Chants de Maldoror (Die Gesänge des Maldoror), einen neuen, „eigenen“ Namen. Als junge Frau war sie im Paris der 50er-Jahre mit Toto Bissainthe, Timité Bassori u.a. Mitbegründerin der Schwarzen Theatergruppe Les Griots. Sie ging dann zum Filmstudium an die VGIK in Moskau und engagierte sich zunehmend in Befreiungsbewegungen, insbesondere gegen die portugiesische Kolonialmacht in Angola – ihr Ehemann war der angolanische Politiker und Autor Mário Pinto de Andrade –, Kap Verde und Guinea-Bissau.

Gleich ihre ersten Filme MONANGAMBÉE und SAMBIZANGA wurden international gezeigt – ihr erster Spielfilm DES FUSILS POUR BANTA (Gewehre für Banta) gilt bis heute als verschollen.

Maldorors filmisches Werk, das 40 Kurz- und Langfilme für Kino und TV umfasst, entzieht sich klaren Grenzziehungen und Geographien, es ist transnational, kämpferisch, thematisch und formal vielfältig und gleichzeitig doch von großer Kohärenz. Die afrikanischen Befreiungsbewegungen, die Trikont-Bewegung, die Rolle der Frau, die Geschichte der Sklaverei und des Kolonialismus, Künstler*innen insbesondere des Surrealismus und der Négritude – hier ganz zentral Aimé Césaire und Léon G. Damas – sind zentrale Topoi von Maldorors Filmpraxis. Eine revolutionär-dekoloniale Praxis der Nähe, der kollektiven Verantwortung und des Teilens, die eine Gemeinschaft adressiert, „ein ‚uns‘, das noch formuliert werden muss.“ (Maya Mihindou).


Die Filmkuratorin Annouchka de Andrade arbeitet am Erhalt und der Verbreitung des Werks ihrer Mutter Sarah Maldoror. Sie ist bei allen Vorführungen im Kino des DFF zu Gast.

Sarah-Maldoror-Flyer

Freitag 10. Juni um 18 Uhr

Kino des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum


MONANGAMBÉE

DZA 1969, R Sarah Maldoror, s / w, 17’, DCP von 16mm, OmeU

ET LES CHIENS SE TAISAIENT Und die Hunde schwiegen

FRA 1978, R Sarah Maldoror, Farbe, 13’, digital von 16mm, OmeU

LÉON G. DAMAS

FRA 1994, R Sarah Maldoror, s / w, 25’, DCP von 16mm, OmeU

SARAH MALDOROR OU LA NOSTALGIE DE L’UTOPIE Sarah Maldoror oder die Sehnsucht nach der Utopie

FRA / TGO 1999, R Anne-Laure Folly, Farbe, 26’, digital von 16mm, OmeU


Gedreht mit Unterstützung der algerischen Befreiungsbewegung FLN legt Maldorors Debütfilm MONANGAMBÉE die Gewalt des portugiesischen Kolonialsystems gegen die angolanische Bevölkerung mit ungewöhnlicher Sensibilität offen. ET LES CHIENS SE TAISAIENT inszeniert das gleichnamige Theaterstück von Aimé Césaire über die Auflehnung eines Revolutionärs gegen die Sklaverei im Depot des Musée de l’Homme in Paris. Der poetische Dokumentarfilm LÉON G. DAMAS über den bedeutenden Dichter der Négritude, reflektiert die Landschaften und Einflüsse unterlegt von seinen Gedichten und von Jazzrhythmen. Anne-Laure Follys SARAH MALDOROR OU LA NOSTALGIE DE L’UTOPIE ist ein eindrückliches Porträt über Maldoror. Wichtige Weggefährt*innen kommen zu Wort.



Freitag 10. Juni um 20:15 Uhr

Kino des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum


SAMBIZANGA

AGO / FRA 1972, R Sarah Maldoror, Farbe, 102’, DCP von 35mm, OmeU


SAMBIZANGA spielt im Jahr 1961: Der Befreiungskampf gewinnt auch in Angola Momentum. Mit Bildern des Alltäglichen erzählt Sarah Maldoror die Suche Marias nach ihrem Ehemann Domingos: Er wurde inhaftiert, weil er sich der Revolution angeschlossen hat. Dabei legt Maldoror mit Feingefühl das Alleinsein einer Frau auf einer beschwerlichen Reise offen, und nimmt Zeit und Mühe in den Blick, die nötig sind, um diesen Weg zurückzulegen. Marias Marsch, ihre Suche, entpuppt sich

als einfühlsame und kraftvolle Metapher für das Leiden des angolanischen Volkes und dessen „Entwicklung eines revolutionären Bewusstseins“ (S. Maldoror).


Zu Gast: Malte Rauch, Filmemacher aus Frankfurt, der um 1980 zu SAMBIZANGA und zur angolanischen Befreiungsbewegung berichtete.


Weitere Vorführungen von SAMBIZANGA in OmdU am:

15. Juni um 20 Uhr, CineMayénce, Mainz

25. Juni ab 19:30 Uhr, Open Air Kino in der Platensiedlung Frankfurt, mit Vorprogramm, Filmbeginn bei Dunkelheit

Filmstill,-„Monangambée“-©-Arsenal---Institut-für-Film-und-Videokunst-e.V.
Filmstill,-„Léon-G.-Damas“-©-Association-Friends-of-Sarah-&-Mario
SAMBIZANGA-©-Association-Friends-of-Sarah-&-Mario

Samstag 11. Juni um 16:45 Uhr

Kino des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum


Vortrag Annouchka de Andrade (ca. 60’)

„Ich habe meine Mutter sehr geliebt, und tue nun mein Bestes ihr Werk zu verbreiten und zu erhalten.“

Annouchka de Andrade setzt sich mit der ‚Assoziation Sarah Maldoror und Mario de Andrade’ gemeinsam mit ihrer Schwester Henda Ducados für den Erhalt und die Verbreitung des Erbes ihrer Eltern ein. Seit über 30 Jahren arbeitet Annouchka de Andrade international zu den Schwerpunkten audiovisuelle Medien, kulturelles Erbe und Produktion. In den letzten Jahren hat sie Sarah Maldoror technisch unterstützt.



Samstag 11. Juni um 18 Uhr

Kino des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum


PORTRAIT D’UNE FEMME AFRICAINE Porträt einer afrikanischen Frau

FRA 1985, R Sarah Maldoror, Farbe, 4’, digital von Video, OmeU

UN DESSERT POUR CONSTANCE Constanzes Kochbuch

FRA 1980, R Sarah Maldoror, Farbe, 60’, digital von 16mm, OmeU


Die Komödie UN DESSERT POUR CONSTANCE entlarvt aus der Perspektive von Schwarzen Müllmännern, eines besonders ausgegrenzten Arbeitermilieus, den Rassismus der französischen Gesellschaft.

PORTRAIT D’UNE FEMME AFRICAINE verhandelt in beeindruckender Dichte die schwierige Situation einer in Frankreich arbeitenden senegalesischen Frau mittels ihres unmittelbar eingesprochenen Off-Kommentars.



Samstag 11. Juni um 20.15 Uhr

Kino des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum


L’HÔPITAL DE LENINGRAD Das Krankenhaus von Leningrad

FRA 1982, R Sarah Maldoror, Farbe, 59’, DCP von 16mm, OmeU

VLADY – PEINTRE Vlady – Maler

MEX / FRA 1989, R Sarah Maldoror, Farbe, 24’, digital von 16mm, OmeU


L’HÔPITAL DE LENINGRAD erzählt nach einer Kurzgeschichte von Victor Serge, mit Rüdiger Vogler und Roger Blin in den Hauptrollen, vom Umschlagen der Russischen Revolution in stalinistische Verfolgung. Victor Serges’ Sohn, dem mexikanischen Maler Wladimir Kibaltschitsch, gilt Maldorors Porträt VLADY – PEINTRE.

Filmstill,-„Un-Dessert-pour-Constance“-©-Association-Friends-of-Sarah-&-Mario
Filmstill,-„-Vlady-Peintre-“-©-Association-Friends-of-Sarah-&-Mario

Sonntag 12. Juni um 18 Uhr

Kino des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum


TOTO BISSAINTHE

FRA 1984, R Sarah Maldoror, Farbe, 5‘, digital von 16mm, OmeU

AIMÉ CÉSAIRE – LE MASQUE DES MOTS Die Maske der Worte

MTQ 1987, R Sarah Maldoror, Farbe, 52’, digital von 16mm, OmeU

WIFREDO LAM

FRA 1980, R Sarah Maldoror, Farbe, 4’, digital von 16mm, OmeU

REGARDS DE MÉMOIRE (Route d’esclave) Blicke aus der Erinnerung (Sklavenroute)

MTQ / HTI 1995, R Sarah Maldoror, Farbe, 27’, digital von Video, OmeU


Das Kurzporträt ist für Sarah Maldoror eine wichtige filmische Form. Davon zeugt TOTO BISSAINTHE über die gleichnamige haitianische Sängerin und enge Freundin Maldorors, wie auch WIFREDO LAM über den afro-kubanischen Künstler.

Dem Poeten, Politiker und Mitbegründer der Négritude Aimé Césaire sind mehrere Filme gewidmet. Ausgangspunkt von AIMÉ CÉSAIRE – LE MASQUE DES MOTS (1987) ist eine eindrückliche Konferenz ihm zu Ehren.

Mittels zahlreicher Gespräche mit Césaire, mit dem Poeten Édouard Glissant und der Politikerin Madeleine de Grandmaison begibt sich REGARDS DE MÉMOIRE auf die transatlantischen Spuren von Sklaverei, Kolonialismus und haitianischer Revolution.

Filmstill,-Toto-Bissainthe,-„Toto-Bissainthe“-©-Association-Friends-of-Sarah-&-Mario

Mittwoch, 15. Juni um 20 Uhr

CineMayénce, Mainz


SAMBIZANGA

AGO / FRA 1972, R Sarah Maldoror, Farbe, 102’, DCP von 35mm, OmdU

In Kooperation mit BrasilNilê e.V.



Samstag, 25. Juni um 19:30 Uhr


Open Air Kino in der Platensiedlung Frankfurt, mit Vorprogramm, Filmbeginn bei Dunkelheit


SAMBIZANGA

AGO / FRA 1972, R Sarah Maldoror, Farbe, 102’, DCP von 35mm, OmdU


In Kooperation mit saloonY e.V., KONE – Netzwerk zur Förderung kommunikativen Handelns e.V., Jamii e.V., Projekt Moses e.V. – Ubuntu Haus und Kinder- und Jugendzirkus Zarakali e.V.

Logo-saloonY-–-Kulturtrafo_web

Donnerstag, 21. Juli

Filmbeginn bei Einbruch der Dunkelheit

ada_hinterhof_kino


ELLES Sie

DZA 1966, R Ahmed Lallem, Regie-Assistenz Sarah Maldoror, s / w, 22’, digital von 35mm, Arabisch / Frz. OmeU

PORTRAIT DE ASSIA DJEBAR Porträt von Assia Djebar

FRA 1987, R Sarah Maldoror, Farbe, 7’, digital von 16mm, OmeU

PRÉFACE À DES FUSILS POUR BANTA Vorwort zu Gewehre für Banta

GUF 2011, R Matthieu Klebeye Abonnenc, Farbe, 28’, digital, OmeU

KATHLEEN CLEAVER (Ausschnitt aus Kathleen und Eldridge Cleaver in Algier)

BRD / DZA 1970, R Claudia v. Alemann, s / w 13’ digital von 16mm, engl. OF


Mit ELLES drehten Ahmed Lallem und Sarah Maldoror als Regie-Assistentin in einer Mädchenschule in Algier einen Dokumentarfilm kurz nach der Unabhängigkeit.

Im PORTRAIT DE ASSIA DJEBAR interviewt Maldoror die gleichnamige Schriftstellerin und Filmemacherin zu ihrem Buch Die Schattenkönigin, sowie zur Rolle der Frauen in der arabischen Welt.

PRÉFACE À DES FUSILS POUR BANTA versammelt Gespräche und Material zu dem verschollenen Film von Sarah Maldoror.

Die Black-Panther-Aktivistin Kathleen Cleaver adressiert 1970 aus dem algerischen Exil ein internationales und westdeutsches Publikum.



Monitor im Foyer des DFF


MOI AUSSI, J’AI REVÉ … Auch ich hab’ geträumt …

FRA 2013 / 22, R Olivier Hadouchi, Farbe, 41’ OmdU, digital


Premiere! In diesem sympathisierenden Gespräch, das der Filmwissenschaftler und Forscher zum trikontinentalen Kino, Olivier Hadouchi, 2013 mit Sarah Maldoror führte, entwickeln die beiden einen weiten humorvollen Bogen: von Maldorors Studien-Zeit in Moskau über die Zeit in Algerien bis zu dem Film, den Chris Marker über sie drehen wollte.

Filmstill,-„Portrait-de-Assia-Djebar“-©-Association-Friends-of-Sarah-&-Mario
Filmstill,-„Préface-à-des-Fusils-pour-Banta“-©-Matthieu-Klebeye-Abonnenc

Ein Programm von Gaby Babić, Madeleine Bernstorff, Natascha Gikas,

Feven Haile, Gary Vanisian.


Eine Veranstaltung von Kinothek Asta Nielsen e.V. und Filmkollektiv Frankfurt e.V. in Kooperation mit dem Kino des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Kino CinéMayence, Mainz, BrasilNilê e.V., saloonY e.V., KONE – Netzwerk zur Förderung kommunikativen Handelns e.V., Jamii e.V., Projekt Moses e.V. – Ubuntu Haus, Kinderzirkus Zarakali e.V. und ada_kantine

Spielorte


Kino des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

www.dff.film


Kino CinéMayence im Institut Français, Mainz

www.cinemayence.de


Open Air Kino in der Platensiedlung

Auf dem Grünzug Platenstraße 77–79, 60431 Frankfurt am Main


ada_hinterhof_kino

www.ada-kantine.org

Ein Zine mit Texten und Materialien zu Sarah Maldorors Kino ist zur Filmreihe erschienen. Gegen eine Schutzgebühr von 5 Euro pro Exemplar (inkl. Versand innerhalb Deutschlands) kann dieses bei der Kinothek Asta Nielsen erworben werden. Das Inhaltsverzeichnis, Maldorors Filmographie sowie die erweiterte Recherche- und Literaturliste können hier digital eingesehen.

Gefördert von:

HessenFilm-4c
FFMKulturamtLogo_SW

FRAUEN ARBEIT

DEMOKRATIE

Eva Kroll und ihre Filme zur Re-Orientierung


Das europäischen Forschungsprojekts ViCTOR-E zeigt am 12. Juli in Kooperation mit der Kinothek Asta Nielsen im Pupille Kino eine Auswahl der Filme von Eva Kroll.

Die Regisseurin Eva Kroll war in der von Männern geprägten westdeutschen Dokumentar- und Kulturfilmproduktion der frühen 1950er eine Ausnahme. Sie hatte ihre Filmarbeit mit der meist unsichtbaren und lange typisch weiblichen Tätigkeit als Cutterin begonnen. Doch nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt sie von amerikanischen Stellen Aufträge, um sogenannte Re-Orientation-Filme zu drehen – kurze Lehr- und Dokumentarfilme, mit deren Hilfe in Deutschland demokratische Werte, Haltungen und Umgangsformen verbreitet werden sollten.  Außer diesen wenigen Regie-Arbeiten ist kaum etwas von oder zu Eva Kroll überliefert. Der Abend wird versuchen, sich an ihre Filme und Biographie anzunähern.


Filmprogramm

UND WAS MEINEN SIE DAZU? (1950, Regie: Eva Kroll)

EIN DACH ÜBER DEM KOPF (1950, Regie: Eva Kroll)

DER UNSICHTBARE STACHELDRAHT (1952, Regie: Eva Kroll)

ER PFEIFT DARAUF (1952, Regie: Eva Kroll)

JEDE FRAU KANN ZAUBERN (1952, Regie: Alfred E. Sistig)


Vortrag: Johannes Praetorius-Rhein


Eine Kooperation des am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Goethe-Universität angesiedelten europäischen Forschungsprojekts ViCTOR-E mit der Kinothek Asta Nielsen.


Pupille – Kino in der Uni e.V.

Studierendenhaus der Johann Wolfgang Goethe-Universität

Mertonstr. 26–28

60325 Frankfurt am Main


Flyer_Frauen-Arbeit-Demokratie