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19. März 2021

FILM D'AMORE E D'ANARCHIA

Von Lina Wertmüller


„Diese Regisseurin verfilmt vornehmlich Ausrufezeichen.“ (Karsten Witte): International bekannteste Regisseurin unseres Programms und grande dame des italienischen Kinos ist Lina Wertmüller. Ihre Filme werden im Rahmen der Hommage gezeigt, die Verso Sud – Festival des italienischen Films – ihr widmet. Bevor Verso Sud noch vollständig im Kino des DFF in Frankfurt am Main stattfinden kann – wir hoffen, in diesem Frühjahr – gibt es seit dem 1.3. und bis einschließlich 19.3. ein Online-Angebot des Festivals – dabei werden bereits ausgewählte Filme mit Einführungen oder Gesprächen mit den Regisseur*innen präsentiert.

Wertmüllers bekannteste Arbeit, Film d'amore e d'anarchia, ist für sieben Tage verfügbar ab dem 19.3., 16 Uhr im Streaming mit englischen Untertiteln und einer Einführung von Cecilia Valenti, Filmwissenschaftlerin und Dozentin an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Im Kino wird dann die deutsch untertitelte analoge 35mm-Kopie (des verspäteten deutschen Kinostarts von 1985) gezeigt.


Comizi tra donne ist bereits die Fortsetzung eines Programms mit spektakulären Aufführungen von Filmen der Stummfilmpionierin Elvira Notari (1875–1946) im Rahmen des Festivals der Kinothek 2017, Transito. Elvira Notari – Kino der Passage. Noch während Notaris Arbeit als Regisseurin und Produzentin begann der Faschismus die großen Filmproduktionsfirmen des Südens ins Abseits zu drängen und ließ generell während der 30er und 40er Jahre autonome Filmproduktion von Frauen nicht zu. Diese fängt erst wieder in den 1950er Jahren an, eben mit Cecilia Mangini.


Comizi tra donne – Filmmacherinnen des italienischen Südens ist ein Projekt der Kinothek Asta Nielsen e.V.,  in Zusammenarbeit mit dem Kino des Deutschen Filmmuseums.


FILM D'AMORE E D'ANARCHIA OVVERO: STAMATTINA ALLE 10 ...

Italien/Frankreich 1973; Regie und Buch Lina Wertmüller; Kamera Giuseppe Rotunno; Schnitt Franco Fraticelli; Musik Nino Rota, Carlo Savina; Darsteller*innen Giancarlo Giannini (Antonio Soffiantini "Tunin") · Mariangela Melato (Salomé) · Lina Polito (Tripolina) · Eros Pagni (Spatoletti) · Pina Cei (Madame Aida) · Elena Fiore (Donna Carmela).


120 Minuten, Farbe. Italienische Originalfassung mit englischen Untertiteln.


Deutsche Erstaufführung 6. April 1985; FSK ab 18


Streaming im Rahmen der Online-Veranstaltung des DFF ab 19.3.2020, 16 Uhr

Weitere Informationen zu Teil 1 von Comizi tra donne im Programmheft von Verso Sud.  


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1. Mai 2021

Gemeinsames Streamen und Gespräch

1. MAI: ALL WORK AND NO PAY

Ein Film von Power of Women Collective

UK 1975, 30 min, OV, Farbe, Ton


Ein zentrales Thema der autonomen Frauenbewegung der 1970er-Jahre war die unbezahlte Hausarbeit – überwiegend von Frauen geleistet – und die damit zusammenhängende gesellschaftliche Arbeitsteilung in die (Re-)Produktions-Sphären. Die deutlich schlechtere Bezahlung von Frauen im Lohnarbeitssektor wurde dabei stets mitproblematisiert. 1972 startete die internationale Kampagne „Wages for Housework“, die in der BRD den Kampagnen-Titel „Lohn für Hausarbeit“ trug. Sie sorgte für eine Politisierung der Hausarbeit und machte die geschichtliche Dimension dieses Arbeitsteilungsmodells bewusst.


Der Kampagnen-Film All Work and No Pay wurde 1975 – auf dem Höhepunkt der Bewegung – vom Power of Women Collective (London, Bristol) produziert und 1976 im BBC-Programm Open Door ausgestrahlt. Das feministische Filmkollektiv London Women’s Film Group war am Dreh beteiligt. Der Film gibt einen tiefen Einblick in diese Kampagne: scharfe Analysen, politische Lieder, Frauen-Gruppentreffen, gewitzten Passantinnen-O-Tönen, Herstellung internationaler Zusammenhänge innerhalb der Frauenbewegung etc. Vielfache Bezüge zu unserer Gegenwart drängen sich auf. Dabei zeichnet den Film aus, dass nicht zuletzt in intersektionaler Perspektive „race, class and gender“ in den Blick genommen werden.


Die Kinothek Asta Nielsen lädt am Tag der Arbeit zum gemeinsamen Streamen von All Work and No Pay ein: Wir „treffen“ uns zunächst zur Begrüßung und Einführung in einem Zoom-Meeting, schauen dann den Film über die Webseite des London Community Video Archive (LCVA) und kommen im Anschluss wieder im Zoom zusammen. Wir wollen über die „unvollendete feministische Revolution“ (Silvia Federici) sprechen, über Fragen wie: Welche Gemeinsamkeiten und welche Differenzen der historischen „Lohn für Hausarbeit“-Bewegung zu den aktuellen „Care-Arbeit“-Bewegungen werden sichtbar? Wie blicken Frauen, die in den 70-Jahren aktiv in der Bewegung waren, heute auf die Geschichte dieser Arbeitskämpfe? Und die große Frage: Warum konnte das Ziel der guten und angemessen bezahlten Sorge für alle noch nicht erreicht werden?


Mit freundlicher Genehmigung von London Community Video Archive (LCVA)


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Comizi tra donne – Regisseurinnen des italienischen Südens beginnt am 27.6.2021


Die Filmgeschichte des italienischen Südens, zumal im Hinblick auf Regisseurinnen, ist innerhalb Italiens deutlich weniger präsent als die des Nordens, im Ausland ist sie nahezu unbekannt.

Comizi tra donne begibt sich erstmals auf einen Streifzug durch die Filmgeschichte von Frauen im italienischen Süden. Dabei wird eine lebendige Filmproduktion sichtbar, die von der Stummfilmzeit bis in die Gegenwart reicht. Dieser Streifzug findet in zwei Teilen statt. Das Programm beginnt Ende Juni 2021 im Rahmen von VERSO SUD, ein zweiter, umfassenderer Teil wird 2022 folgen.


Es begann mit Elvira Notari (1875-1946). In den ersten Dekaden der Filmgeschichte drehte die Filmmacherin und Produzentin in Neapel eine Fülle von Spiel- und Dokumentarfilmen, die auch in Übersee ein – meist migrantisches – Publikum fanden. In Frankfurt widmete ihr die Kinothek Asta Nielsen 2017 das Festival Transito. Elvira Notari – Kino der Passage. Der Faschismus und die Zentralisierung der italienischen Filmindustrie in Norditalien erschwerten Notari in den 1920er Jahren mehr und mehr ihre Arbeit. 1926 drehte sie ihren letzten Film. Von Notari zeigen wir am 27.6., 20.30 Uhr, das Fragment NAPOLI. SIRENA DELLE CANZONI.


Es begann mit Elvira Notari (1875-1946). In den ersten Dekaden der Filmgeschichte drehte die Filmmacherin und Produzentin in Neapel eine Fülle von Spiel- und Dokumentarfilmen, die auch in Übersee ein – meist migrantisches – Publikum fanden. In Frankfurt widmete ihr die Kinothek Asta Nielsen 2017 das Festival Transito. Elvira Notari – Kino der Passage. Der Faschismus und die Zentralisierung der italienischen Filmindustrie in Norditalien erschwerten Notari in den 1920er Jahren mehr und mehr ihre Arbeit. 1926 drehte sie ihren letzten Film. Von Notari zeigen wir am 27.6., 20.30 Uhr, das Fragment NAPOLI. SIRENA DELLE CANZONI.


Während des Faschismus und auch noch in der ersten Zeit danach war die italienische Filmproduktion fest in Männerhand. Es dauerte bis Ende der 1950er Jahre, dass diese Dominanz sichtbar in Frage gestellt wurde. Die Dokumentarfilmmacherin Cecilia Mangini (1927-2021) realisierte ab Ende der 1950er Jahre Filme, in denen sie – ähnlich Pasolini, mit dem sie zeitweilig zusammenarbeitete – den Wandel Italiens in den Jahren des Wirtschaftswunders reflektierte. Sie dokumentierte dörfliche Lebensweisen, die bald verschwinden würden. ESSERE DONNE (1965), den wir im Kurzfilmprogramm am 27.6., 18 Uhr, zeigen, ist dann eine der ersten ausführlichen Untersuchungen zur Fabrikarbeit von Frauen. Der Film verbindet aufmerksame Beobachtung mit der Agitation für bessere Arbeitsbedingungen und einem poetisch-lyrischen Kommentar. In der italienischen Filmgeschichte nimmt Cecilia Mangini eine autonome Stellung ein: Zu kommunistisch, um radikale Feministin zu sein, zu feministisch und offen, um sture Kommunistin zu sein, zu sehr an der Ästhetik und der Darstellungsform interessiert, um klassische Fernseharbeiten zu produzieren.


Parallel zu Cecilia Mangini begann eine der wichtigsten Regisseurinnen der italienischen Nachkriegszeit ihre Laufbahn: Lina Wertmüller (geboren 1928) stellte 1963 mit I BASILISCHI (26.6., 18 Uhr) ihr Regiedebüt fertig. Im Blick auf das Leben in einem Dorf in Süditalien lässt der Film eine weibliche Stimme zu Wort kommen und nimmt zugleich eine nüchtern-kritische Perspektive auf die jungen, männlichen Protagonisten und ihre Lebensbedingungen im Süden ein. Eine eigene Auswahl ihrer Filme zeigt Comizi tra donne als Teil der Wertmüller-Hommage von VERSO SUD (Beginn 26.6., mit Wiederholungsvorstellungen bis 31.7.).


Das schrille, sozial bewusste Kino, das Lina Wertmüller von den 1970er Jahren an entwickelte, findet in den 1990er und 2000er Jahren im Kino von Roberta Torre (geboren 1962) ein Pendant. Torre zog in den 1990er Jahren aus Rom nach Palermo und begann mit Laienschauspieler*innen Filme zu realisieren, in denen sich die Lebensbedingungen dieser Stadt reflektieren. Zunächst entstanden kurze Videoarbeiten, 1997 ihr erster Spielfilm TANO DA MORIRE (2.7., 18 Uhr, vorgestellt von Cecilia Valenti). Der Film beruht auf einer Legende aus dem Mafia-Milieu über den Fleischer und Mafiaanführer Tano Guarrasi. Torre inszenierte diese Geschichte als Mafiamusical mit deutlichen Einflüssen der italienischen Hip-Hop-Szene der 1990er Jahre. Zur Form des Musicals ist Torre seither immer wieder zurückgekehrt: zuletzt in der Shakespeare-Verfilmung RICCARDO VA ALL'INFERNO (3.7., 20.30 Uhr, vorgestellt von Fabian Tietke). Richard III. inszeniert sie darin mit dem Sänger und Entertainer Massimo Ranieri und Tanzeinlagen, die eine queere, süditalienische Ästhetik aufgreifen.


Eine wirkliche Wiederentdeckung bietet unser Programm mit den experimentell–politischen Arbeiten der neapolitanischen Feministin Lina Mangiacapre (1946-2002). Sie war Teil einer von ihr gegründeten, schon damals "queerfeministischen" Gruppe,

Le Nemesiache, die seit den 1970er Jahren immer wieder mit Aktionen an die neapolitanische Öffentlichkeit traten, in denen sich Politik und Ästhetik auf vielfältige Weise mischten. Ihre frühen Super 8-Filme sind Dokument und Teil dieser Aktionen. Noch bevor Franco Basaglias Antipsychiatrie weithin bekannt wurde, versuchte die Gruppe einen neuen Umgang der Gesellschaft mit den von ihr als "irr" Abgestempelten und in Anstalten Weggeschlossenen zu initiieren. Einblick in diesen Versuch gibt FOLLIA COME POESIA (1978/79), ein ergreifendes und dabei unerwartet heiteres Stück Film. Mangiacapre drehte drei Spielfilme, in denen sie Mythologien der Geschlechtergeschichte, an denen auch Neapel reich ist, in opulenten Kostümen inszeniert. Gebrochen werden die opernhaften Auftritte dadurch, dass sie an Neapels Stränden, in Hafengegenden und Industrielandschaften stattfinden. Der nüchternen Alltagsszenerie schenkt die Kamera die gleiche Aufmerksamkeit wie dem Theatralen. Einen Vorblick auf Mangiacapre gibt die Kinothek am 27.6., 20.30 Uhr, mit einem Dokumentarfilm von Nadia Pizzuti, LINA MANGIACAPRE. ARTISTA DEL FEMMINISMO und der Aufführung einer gekürzten Version von FOLLIA COME POESIA, (27.6., 18 Uhr). Im Anschluss an den Dokumentarfilm findet ein Skype-Gespräch mit Nadia Pizzuti statt. Eine kurze Einführung zu Mangiacapre geben Karola Gramann und Heide Schlüpmann vor dem Programm.


Comizi tra donne wird kuratiert von Cecilia Valenti, Fabian Tietke, Heide Schlüpmann und Karola Gramann.


Weitere Information zum Programm und ausführliche Texte zu allen Filmen von Comizi tra donne im Rahmen von VERSO SUD sowie Hinweise zur Kartenreservierung finden Sie im Festivalkatalog des DFF, der in gedruckter Form ausliegt und hier als PDF abrufbar.

Informationen zu Kartenreservierungen und Eintrittspreisen unter

www.dff.film/kino/festivals/verso-sud


Comizi tra donne wird gefördert von HessenFilm und Medien GmbH.


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29.7. + 30.7.

OPEN AIR KINO in der Platensiedlung


Großes Kino im Freien in der Frankfurter Platensiedlung hat fast schon Tradition, seitdem die Kinothek mit saloonY e.V. im Sommer 2019 erstmals die Grünfläche neben dem Zirkus Zarakali bespielte. In diesem Jahr warten wir beim Open Air Kino in der Platensiedlung mit zwei aktuellen US-amerikanischen Spielfilmen von Regisseurinnen der jüngeren Generation auf.


29.7.2021

QUEEN & SLIM

USA 2019, 133 min, R Melina Matsoukas, OmU, FSK ab 12 freigegeben


Slim (Daniel Kaluuya), ganz der Gentleman, möchte Queen (Jodie Turner-Smith) nach ihrem eher misslungenen Date noch nach Hause fahren. Doch auf der Heimfahrt werden die beiden von einem weißen Polizisten angehalten. Die Situation gerät außer Kontrolle und Queen und Slim sind plötzlich auf der Flucht – durch den Süden der USA. Mit Rassismus und Gewalt konfrontiert, müssen sie sich der Frage stellen, ob sie als Idole für die wütende afroamerikanischen Bevölkerung taugen. Doch vor allem müssen sie es rechtzeitig außer Landes schaffen …

Melina Matsoukas hat sich mit Musikvideos für Beyoncé, Rihanna Lady Gaga u.a. einen Namen gemacht – ihr Können stellt sie in QUEEN & SLIM eindrucksvoll unter Beweis.


30.7.2021

NOMADLAND

USA 2020, 108 min, R Chloé Zhao, OmU, FSK ab 0 freigegeben

Fern (Frances McDormand) packt das Nötigste in ihren weißen Van und macht sich auf den Weg: Sie hat kein bestimmtes Ziel und schon gar kein festes Zuhause. Die Bergbaustadt in Nevada, in der Fern mit ihrem verstorbenen Ehemann einst lebte, gibt es nicht mehr. Nachdem die lokalen Fabriken dicht gemacht haben, blieb eine Geisterstadt zurück. Fern lebt als moderne Nomadin, sie nimmt unterwegs jede Arbeit an (Putzen auf Campingplätzen, Restaurantküchenjobs, Warenverpacken bei Amazon). Zwar ist Fern allein unterwegs aber doch nicht ohne Kontakt zu anderen. Unterwegs begegnet sie vielen Menschen, die auch in ihren Wohnmobilen leben.

Chloé Zhaos oscarprämierter Film erzählt von diesem Nomadentum in atemberaubenden Landschaften.


Einlass ab 20:30 Uhr, Filmbeginn bei ausreichender Dunkelheit, Eintritt frei. Bringt nach Möglichkeit eine Sitzgelegenheit mit.


Ort: Auf dem Grünzug Platenstraße 77–79, neben dem Zirkus Zarakali, 60431 Frankfurt am Main


Ein Projekt von Kinothek Asta Nielsen e.V. und saloonY e.V. in Kooperation mit dem Kinder- und Jugendzirkus Zarakali, dem IB Quartiersmanagement Ginnheim im Frankfurter Programm Aktive Nachbarschaft und dem Mal Seh’n Kino.



Das Open Air Kino in der Platensiedlung ist Teil von SommerWanderKino Hessen 2021 und wird über das Programm INS FREIE! des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst gefördert.

Gefördert durch HessenFilm und Medien GmbH.


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home movie daY der vielen


Seit 2011 veranstaltet die Kinothek Asta Nielsen den internationalen Home Movie Day. Home Movies – private Filme, die die Familie, den Freundeskreis, oder besonders denkwürdige Momente dokumentieren – stellen einen wichtigen Teil von Alltagskultur und Filmgeschichte dar.

Mit Home Movie Days werden diese Erinnerungen rund um die Welt gefeiert. Hier kommen Menschen zusammen, die ihre Film- und Video-Formate an einem Ort gemeinsam ansehen und zelebrieren können.


Mit unserem home movie DaY der vielen erweitern wir das bisherige Home Movie Day-Konzept, das sich auf analoge Schmalfilmformate bezog: Wir wollen die Erinnerungen von Frankfurter*innen feiern und laden dazu ein, eigene Home Movie-Kassetten mitzubringen, Teile davon sogar zu digitalisieren und danach gemeinsam anzusehen. Willkommen sind VHS- / S-VHS- / Hi8- / MiniDV-Kassetten und Material von Digitalkameras.


Wir freuen uns auf viele Video-Geschichten, auf unterschiedliche Perspektiven, insbesondere von Frankfurter BIPoC und Migrant*innen!  


Am 31.07./01.08.21 im Café Anschluss im Dornbusch.


Veranstaltungsablauf an beiden Tagen:

13-17 Uhr    Digitalisierung

19 Uhr         Home Movie Kino


Anmeldung via WhatsApp +49 1573 7817393 oder per Mail an film.geschichten.erzaehlen@gmail.com


home movie daY der vielen ist ein Projekt der Kinothek Asta Nielsen e.V. in Kooperation mit saloonY e.V. und wird gefördert vom Amt für multikulturelle Angelegenheiten.


Projektkonzeption- und Leitung: Esra Kartal und Wilma Deme


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ada_hinterhof_kino


Das ada_hinterhof_kino ist zurück! Am 10. Juni startet die Kinothek Asta Nielsen gemeinsam mit der ada_kantine und in Kooperation mit dem Offenen Haus der Kulturen und dem Kino Orfeos Erben ihr diesjähriges open air Filmprogramm im Hof der ehemaligen Akademie der Arbeit auf dem Campus Bockenheim.


Die Akademie der Arbeit wurde 1921 in der Weimarer Republik als erste Hochschule für Arbeiter*innen eröffnet und schaut nun also auf 100 Jahre Geschichte zurück.

Die ada_kantine wird bald ihr einjähriges Bestehen feiern. Sie eröffnete vergangenen Sommer als Ort für eine solidarische Küche in Bockenheim mit der Losung: Restaurant für alle! Leckeres und vegetarisches Essen nach einem solidarischen Preissystem.


Das ada_hinterhof_kino 2021, das an fünf Abenden im Juni und Juli stattfinden wird, kreist um den Themenkomplex Arbeit, um die Kritik von Arbeitsverhältnissen und vorherrschenden Arbeitsdoktrinen: die Unsichtbarmachung von Arbeit (Putzen, Hausarbeit etc.), die Prekarität insbesondere von migrantischen Arbeiter*innen, schlechte oder ganz ausbleibende Entlohnung, starre Geschlechterzuschreibungen und Machtstrukturen und nicht zuletzt Naturzerstörung durch Arbeit.


Das Programm trägt dem Jubiläumsjahr – 100 Jahre Akademie der Arbeit – Rechnung und steht zugleich im Kontext des diesjährigen Schwerpunktthemas von Remake. Frankfurter Frauen Film Tage (23.–28. November 2021): „All That Work! Frauen, Arbeit und Film“.



Termine


Do, 10.6

MEIN VIETNAM von Tim Ellrich, Hien Mai (Deutschland 2020), 70 min, OmdU


Do, 17.6

REGELN AM BAND, BEI HOHER GESCHWINDIGKEIT von Yulia Lokshina (Deutschland 2020), 92 min, OmdU


Do, 8.7

VON WEGEN „SCHICKSAL“ von Helga Reidemeister, (BRD 1979), 121 min, OV


Di, 17.8.

TAMING THE GARDEN von Salomé Jashi (Schweiz/Deutschland/Georgien 2021), 91 min, OmdU


Do, 16.9.

CONCEIVING ADA von Lynn Hershman Leeson, (USA 1999), 85 min, OV



Das ada_hinterhof_kino ist Teil von SommerWanderKino Hessen 2021 und wird über das Programm INS FREIE! des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst gefördert.

Gefördert durch HessenFilm und Medien GmbH


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MEIN VIETNAM

Deutschland 2020, 70 min, R Tim Ellrich, Hien Mai, 70 min, OmdU


Das vietnamesische Ehepaar Bay und Tam lebt seit 30 Jahren in Deutschland. Abseits der deutschen Gesellschaft arbeiten die beiden in leeren Büroräumen als Putzkräfte. Durch Skype und Online-Chatrooms haben sie ihre eigene virtuelle Version von Vietnam in ihrer Münchner Wohnung erschaffen. Doch die Begrenzungen dieser Blase zeigen sich, als Bays und Tams Haus in Vietnam durch einen Sturm zerstört wird und ein Familienmitglied in der ehemaligen Heimat auf dem Sterbebett liegt. Mehr und mehr müssen sich die beiden mit der Frage konfrontieren, ob sie in Deutschland jemals wirklich angekommen sind. Während Bays Zukunft klar in Deutschland liegt, wird es für Tam immer wichtiger, nach Vietnam zurückzukehren. Ist Heimat ein Ort oder vielmehr ein Gemütszustand?

Ein Film über die Schwierigkeit, an zwei Orten gleichzeitig zu leben, und die Frage, welche Auswirkungen diese Dualität auf eine Ehe, Familie und das Gefühl von Zugehörigkeit hat.

In Anwesenheit der Filmemacher*innen



REGELN AM BAND, BEI HOHER GESCHWINDIGKEIT

Deutschland 2020, 92 min, R Yulia Lokshina, OmdU, FSK 12


In der westdeutschen Provinz kämpfen osteuropäische Leiharbeiter*innen des größten deutschen Schweineschlachtbetriebs ums Überleben und Aktivist*innen, die sich für deren Rechte einsetzen, mit den Behörden. Zur gleichen Zeit proben Münchener Gymnasiast*innen das Bertolt-Brecht-Stück „Die Heilige Johanna der Schlachthöfe“, das sich schon 1931 mit Marktmacht und Monopolbildung und der Ausbeutung und Aussperrung von Arbeiter*innen beschäftigte – und reflektieren über die deutschen Wirtschaftsstrukturen und ihr Verhältnis dazu. Verwoben mit den Gedankengängen der Jugendlichen und ihrer Auseinandersetzung mit dem Text in den Proben erzählt der Film in unterschiedlichen Fragmenten über Bedingungen und Facetten von Leiharbeit und Arbeitsmigration in Deutschland. Ein Film über den Zustand der Arbeit und Fragen der Moral, wo offene Landes- und Marktgrenzen für die einen Gefahr und für die anderen Kapital bedeuten.



TAMING THE GARDEN

Schweiz/Deutschland/Georgien 2021, 91 min, R Salomé Jashi, OmdU


Ein alter Baum mit ausladender Krone schwimmt über das Meer. Was sich nach einem surrealistischen Gemälde anhört, ist eines der betörendsten Bilder aus Salomé Jashis Taming the Garden. Betörend und gleichzeitig ambivalent. Denn dieser Baumtransport ist Teil eines aberwitzigen Projekts. Ein steinreicher und politisch mächtiger Mann sammelt alte Bäume, die er ausgraben und in seinen Garten bringen lässt. Warum er das tut, und was man davon halten soll, diskutieren die Beobachter kontrovers. Vielleicht einfach, weil er sich ein so exzentrisches Hobby leisten kann? So absurd die Verpflanzungen anmuten, so sehr sind sie Sinnbild für Macht, unverschämten Reichtum und Bezwingung der Natur. Die Mühen der Entwurzelung macht der Film deutlich sicht- und hörbar. Mit schwerem Gerät wird den Bäumen zu Leibe gerückt, die Straßen in die Berge müssen erst gebaut werden, und jüngere Bäume gefällt, um den Transport zu ermöglichen. (Katalogtext Berlinale Forum 2021)

In Kooperation mit goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films



VON WEGEN „SCHICKSAL“

BRD 1979, 121 min, R Helga Reidemeister, OV, FSK 0


„Gewaltverhältnisse in der Familie als Ausdruck von existentiellem Druck, verhinderter Liebesfähigkeit, Einsamkeit, wo eine Mutter nur Hausfrauenpflichten zu erfüllen hat, wo andere Bedürfnisse unter'n Tisch fallen, wo sie entsprechend heiß laufen muß - der Mut, sich selbst damit zu konfrontieren und der Versuch, aus dieser Alltagsnot herauszufinden, das zeigt Irene Rakowitz, 48 Jahre, nach 20 Ehejahren von dem Bergarbeiter Richard geschieden, Mutter von 4 Kindern - weil sie sich nicht angepaßt hat, weil sie nicht aufhört zu hoffen, daß es für sie und ihre Kinder auch anders sein kann, weil es für sie kein ,Schicksal' gibt." (Helga Reidemeister)

„Während Filme von Arbeitskämpfen, Hausbesetzungne, Kriegsberichte usw. von der Großartigkeit der Anstrengung der Protagonisten leben, zeigt Von wegen ,Schicksal' die trotz der verzweifelten Versuche erbärmlichen Ergebnisse der Bemühungen, die Bedürfnisse eines jeden ernst zu nehmen.“ (Helke Sander)

In Kooperation mit Pupille – Kino in der Uni e.V.



CONCEIVING ADA

USA 1999, 85 min, R Lynn Hershman Leeson, OV


Mit »Conceiving Ada« setzt Lynn Hershman Leeson der historischen Persönlichkeit Augusta Ada Byron King, Countess of Lovelace, ein filmisches Denkmal. Die Herzogin, besser bekannt als Ada Lovelace, war eine britische Mathematikerin und gilt heute als Urheberin des ersten Computerprogramms überhaupt. Für die Analytical Engine – eine mechanische Rechenmaschine von Charles Babbage – schrieb sie den ersten Algorithmus und legte damit den Grundstein für das Konzept der Programmiersprache. In Hershman Leesons Spielfilm findet die in unserer Gegenwart lebende Programmiererin Emmy Coer einen Weg, mit Ada Lovelace in der Vergangenheit zu kommunizieren. Coer hat Pläne, ihr Vorbild Lovelace durch Gentechnik wieder zum Leben zu erwecken. Die von Tilda Swinton verkörperte Countess of Lovelace wird in dem Spielfilm als visionäre Pionierin dargestellt, deren Ideen durch gesellschaftliche Umstände und rigide Rollenbilder in die Schranken gewiesen werden. Hershman Leeson thematisiert die Diskriminierung von Frauen und ihre Marginalisierung in den Wissenschaften. Gleichzeitig schafft sie eine Hommage an eine historisch bedeutende Frau und ehrt sie in der Form eines Science-Fiction-Films. (ZKM | Zentrum für Kunst und Medien)

In Kooperation mit Orlando Collective


ada kantine

Mertonstraße 30

60325 Frankfurt

www.ada-kantine.org


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Auftakt Werkschau Renate Sami


19. August um 20.15 Uhr

Kino des Deutschen Filmmuseums


MIT PYRAMIDEN

BRD 1990, R Renate Sami, 93 min, 16mm

WENN DU EINE ROSE SIEHST

BRD 1995 R Renate Sami, 5 min, 16mm



„Diesen Film in Worte zu fassen und nachzuerzählen, ist darum fast unangebracht, weil auf seine sagbare Substanz eher wenig, nahezu alles dagegen auf sein Aroma und Fluidum ankommt, den unerzählbaren Sinn und Geist von Beglückung durchs Reisen, womit er durchtränkt ist und mit dem er die Seele des Zuschauers noch lange nachwirkend erfüllt. Ein solches Werk muß lange Wurzeln haben im Leben der Autorin, deren Behandlung des Stoffs ihr althergebrachtes Liebes- und Wissensrecht auf ihn verrät.“

                                                                                Peter Nau über MIT PYRAMIDEN


In ihrem Werk verwebt die Berliner Filmemacherin Renate Sami (*1935) mit Behutsamkeit Politisches wie Alltägliches und findet dafür persönliche, filmische Eindrücke. Ihre Freundin, die Filmemacherin und Kuratorin Ute Aurand beschreibt Samis Filme als eine Mischung aus „Essay, Poesie, Dokumentation, Tagebuch, Musik, Stille, Sprache.“

Sami kam in den 1970er Jahren durch die Student*innenbewegung zum Film. Zuvor lebte sie zehn Jahre in Ägypten.

Für MIT PYRAMIDEN reist sie zurück nach Kairo und blickt in die eigene Vergangenheit. Der Film erkundet assoziativ Räume, Straßen sowie Klänge der Metropole; zwei Frauen erzählen von ihrem Leben.


Die Vorführung im Kino des Deutschen Filmmuseums ist der Auftakt zu einer Werkschau Renate Sami, kuratiert von Gaby Babić und Björn Schmitt. Die Werkschau wird in den kommenden Monaten in verschiedenen Frankfurter Kinos fortgeführt.














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Quelle: DFF

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LINA MANGIACAPRE. ARTISTA DEL FEMMINISMO, Nadia Pizzuti

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ESSERE DONNE, Cecilia Mangini

©Cineteca-di-Bologna_CFVM01171_1929-Napoli-sirena-della-canzone

Elvira Notari, NAPOLI. SIRENA DELLE CANZONI, ©Cineteca-di-Bologna

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Cecilia Mangini, STENDALÍ

Lina-Wertmüller

I BASILISCHI. DIE BASILISKEN, Lina Wertmüller

Wages-4

ALL WORK AND NO PAY

Wages-2
wages for housewife 1

Quelle: www.maydayrooms.org

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home_movie_day_flyer_rückseite

© Xuan Wei

www.instagram.com/wxuan_art/

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Filmstill_09_REGELNAMBAND©JIP Film
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Pyramiden