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19. März 2021

FILM D'AMORE E D'ANARCHIA

Von Lina Wertmüller


„Diese Regisseurin verfilmt vornehmlich Ausrufezeichen.“ (Karsten Witte): International bekannteste Regisseurin unseres Programms und grande dame des italienischen Kinos ist Lina Wertmüller. Ihre Filme werden im Rahmen der Hommage gezeigt, die Verso Sud – Festival des italienischen Films – ihr widmet. Bevor Verso Sud noch vollständig im Kino des DFF in Frankfurt am Main stattfinden kann – wir hoffen, in diesem Frühjahr – gibt es seit dem 1.3. und bis einschließlich 19.3. ein Online-Angebot des Festivals – dabei werden bereits ausgewählte Filme mit Einführungen oder Gesprächen mit den Regisseur*innen präsentiert.

Wertmüllers bekannteste Arbeit, Film d'amore e d'anarchia, ist für sieben Tage verfügbar ab dem 19.3., 16 Uhr im Streaming mit englischen Untertiteln und einer Einführung von Cecilia Valenti, Filmwissenschaftlerin und Dozentin an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Im Kino wird dann die deutsch untertitelte analoge 35mm-Kopie (des verspäteten deutschen Kinostarts von 1985) gezeigt.


Comizi tra donne ist bereits die Fortsetzung eines Programms mit spektakulären Aufführungen von Filmen der Stummfilmpionierin Elvira Notari (1875–1946) im Rahmen des Festivals der Kinothek 2017, Transito. Elvira Notari – Kino der Passage. Noch während Notaris Arbeit als Regisseurin und Produzentin begann der Faschismus die großen Filmproduktionsfirmen des Südens ins Abseits zu drängen und ließ generell während der 30er und 40er Jahre autonome Filmproduktion von Frauen nicht zu. Diese fängt erst wieder in den 1950er Jahren an, eben mit Cecilia Mangini.


Comizi tra donne – Filmmacherinnen des italienischen Südens ist ein Projekt der Kinothek Asta Nielsen e.V.,  in Zusammenarbeit mit dem Kino des Deutschen Filmmuseums.


FILM D'AMORE E D'ANARCHIA OVVERO: STAMATTINA ALLE 10 ...

Italien/Frankreich 1973; Regie und Buch Lina Wertmüller; Kamera Giuseppe Rotunno; Schnitt Franco Fraticelli; Musik Nino Rota, Carlo Savina; Darsteller*innen Giancarlo Giannini (Antonio Soffiantini "Tunin") · Mariangela Melato (Salomé) · Lina Polito (Tripolina) · Eros Pagni (Spatoletti) · Pina Cei (Madame Aida) · Elena Fiore (Donna Carmela).


120 Minuten, Farbe. Italienische Originalfassung mit englischen Untertiteln.


Deutsche Erstaufführung 6. April 1985; FSK ab 18


Streaming im Rahmen der Online-Veranstaltung des DFF ab 19.3.2020, 16 Uhr

Weitere Informationen zu Teil 1 von Comizi tra donne im Programmheft von Verso Sud.  


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1. Mai 2021

Gemeinsames Streamen und Gespräch

1. MAI: ALL WORK AND NO PAY

Ein Film von Power of Women Collective

UK 1975, 30 min, OV, Farbe, Ton


Ein zentrales Thema der autonomen Frauenbewegung der 1970er-Jahre war die unbezahlte Hausarbeit – überwiegend von Frauen geleistet – und die damit zusammenhängende gesellschaftliche Arbeitsteilung in die (Re-)Produktions-Sphären. Die deutlich schlechtere Bezahlung von Frauen im Lohnarbeitssektor wurde dabei stets mitproblematisiert. 1972 startete die internationale Kampagne „Wages for Housework“, die in der BRD den Kampagnen-Titel „Lohn für Hausarbeit“ trug. Sie sorgte für eine Politisierung der Hausarbeit und machte die geschichtliche Dimension dieses Arbeitsteilungsmodells bewusst.


Der Kampagnen-Film All Work and No Pay wurde 1975 – auf dem Höhepunkt der Bewegung – vom Power of Women Collective (London, Bristol) produziert und 1976 im BBC-Programm Open Door ausgestrahlt. Das feministische Filmkollektiv London Women’s Film Group war am Dreh beteiligt. Der Film gibt einen tiefen Einblick in diese Kampagne: scharfe Analysen, politische Lieder, Frauen-Gruppentreffen, gewitzten Passantinnen-O-Tönen, Herstellung internationaler Zusammenhänge innerhalb der Frauenbewegung etc. Vielfache Bezüge zu unserer Gegenwart drängen sich auf. Dabei zeichnet den Film aus, dass nicht zuletzt in intersektionaler Perspektive „race, class and gender“ in den Blick genommen werden.


Die Kinothek Asta Nielsen lädt am Tag der Arbeit zum gemeinsamen Streamen von All Work and No Pay ein: Wir „treffen“ uns zunächst zur Begrüßung und Einführung in einem Zoom-Meeting, schauen dann den Film über die Webseite des London Community Video Archive (LCVA) und kommen im Anschluss wieder im Zoom zusammen. Wir wollen über die „unvollendete feministische Revolution“ (Silvia Federici) sprechen, über Fragen wie: Welche Gemeinsamkeiten und welche Differenzen der historischen „Lohn für Hausarbeit“-Bewegung zu den aktuellen „Care-Arbeit“-Bewegungen werden sichtbar? Wie blicken Frauen, die in den 70-Jahren aktiv in der Bewegung waren, heute auf die Geschichte dieser Arbeitskämpfe? Und die große Frage: Warum konnte das Ziel der guten und angemessen bezahlten Sorge für alle noch nicht erreicht werden?


Mit freundlicher Genehmigung von London Community Video Archive (LCVA)



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Wages-4

ALL WORK AND NO PAY

Wages-2
wages for housewife 1

Quelle: www.maydayrooms.org

anarchia-1
anarchia 3

Quelle: DFF