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BINDING KULTURPREIS 2017 FÜR KINOTHEK ASTA NIELSEN [MEHR]

SCHMETTERLING IM WINTER

DIE FILMMACHERIN MARIA LANG

(1945–2014)

25.10.2017

19.30 UHR

MAL SEH'N KINO


WEGBESCHREIBUNG

SCHAU MICH NICHT SO AN


Special guest

Uisenma Borchu


Film und Gespräch mit der Regisseurin


Schau mich nicht so an

ist das Spielfilmdebüt der Münchner Regisseurin Uisenma Borchu. Der Film, in dem es um die nicht immer einfache Liebesbeziehung von zwei jungen Frauen geht, war ihr Abschlussfilm an der Münchner Hochschule für Film und Fernsehen (HFF). Das Ergebnis ist ebenso unkonventionell wie sehenswert und hat zahlreiche Preise gewonnen: Fipresci Award 2015 for best film, Neues Deutsches Kino · Filmfest München 2015;

Best Feature · Filmkunsttage Sachsen-Anhalt 2015;

Special Mention International Tarragona Filmfestival REC 2015; Nomination for First Steps Award 2015;

Bayerischer Filmpreis für beste Nachwuchsregie 2015;

Most Promising Talent Award · Osaka Asian Film Festival 2016;

Grand Prix · Taipei Film Festival · New Talent Competition 2016


D 2015; Idee, Drehbuch, Regie: Uisenma Borchu; Kamera: Sven Zellner; Schnitt: Christine Schorr, Uisenma Borchu; Darsteller*innen Uisenma Borchu, Catrina Stemmer, Josef Bierbichler, Anne-Marie Weisz; 88 min; DCP


„Als sich an einem bestimmten Punkt beim Schreiben der Geschichte herausstellte, dass ich Ivas (Catrina Stemmer) Gegenpart Hedi spielen würde, wurde mir bewusst, welche radikale Kraft der Film in sich hat. Ich schrieb das Buch mit steigender Erregung weiter. Meine Figuren tragen den unbewussten Wunsch der Entfremdung in sich. Catrina und ich kennen uns schon lange, aber als ich sie fragte, ob sie vor der Kamera stehen könnte, war es so, als ob wir uns neu kennenlernen würden. Das war ein Vorteil für uns Laien, da wir uns neu in die Rollen hineinfühlen konnten. Ich wollte die Natürlichkeit durch Improvisation schützen, deswegen gab es keine festgeschriebenen Dialoge. Außerdem war das Team klein und intim, so konnte ich sehr viel Freiheit gewinnen. Vor und hinter der Kamera zu sein, machte mich manchmal nervös, aber genau diese Art des Improspielens war gut, da ich direkt in die Szene eingreifen konnte. Während ich nach dem “Großvater“ gesucht habe, saß ich zufälligerweise im Kino. Es kam Code inconnu von Michael Haneke und da hat es mich dann gepackt. Ich konnte mir niemanden anders mehr vorstellen. Josef Bierbichler. Er ist der einzige professionelle Schauspieler im Film. Die Idee, Laien und Schauspieler aufeinander los zu lassen, ist schon immer stark gewesen. Diese Frische spürt man und ich bin froh, dass Bierbichler den Gedanken des Films auf seine Art weiter getragen hat. Ich habe mich von Anfang an von Regeln und Konventionen gelöst. Es gab gerade deswegen sehr viel Gegenwind von der Obrigkeit aber es war kein Grund für mich aufzuhören. Ich wollte unbedingt diesen Film drehen und diese Barrieren hinter mir lassen, um zum Film zu kommen.

Seit ich 5 Jahre alt bin, lebe ich zwischen den Kulturen. Mongolei in den Ferien, dann wieder zurück nach Deutschland. Es war schwer, gerade nach der Wende 1989, diese Welten miteinander zu verbinden, da die eine von der anderen nichts wusste, und die Kontraste mich von Außen nach Innen betäubten. Es ließ mich stets über den Menschen, seine Rollen, und Identitäten reflektieren. Meine bisherigen Dokumentarfilme sind über Frauen, ihre Erziehung und ihre Intimität. Ich bin jetzt aber eine andere Richtung gegangen und habe mit diesem Spielfilm das Feminine mit meinen eigenen Gedanken zu visualisieren versucht, und die Identität des Menschen, der zur Frau gemacht wird in Frage gestellt, egal ob es mit dem Charakter einer Hedi oder einer Iva passiert. Zwei Charaktere voller Kontraste, die suchen, finden und zerstören. Der Film wird erzählt mit dem Element des Kontrastes. Ich wollte sie unbedingt im Film, weil ich sie brauche. Immer.“ (Uisenma Borchu)


"Man muss sich einfach mal locker machen", Interview mit Uisenma Borchu

„Die Frau ist extrem spannend!“, Regisseurin Borchu über Spielfilmdebüt


Uisenma Borchu wurde 1984 in Ulaanbaatar, Mongolei geboren und kam 1989 nach Deutschland. In Mainz studierte sie Französisch und Geschichte von 2004-2006. Ab 2006 studiert sie an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik. Seitdem hat sie Dokumentarfilme und Werbespots gedreht. An den Münchner Kammerspielen realisiert sie in der Spielzeit 2017/18 ihre erste Theaterarbeit, Nachts, als die Sonne für mich schien. Im Rahmen der Stückentwicklung beschäftigt sie sich mit ihrer Familiengeschichte. Premiere ist am 1. Oktober 2017.


Eine Veranstaltung der Kinothek Asta Nielsen e.V. in Zusammenarbeit mit dem Mal Seh'n Kino





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