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Kinothek Asta Nielsen und Mal Seh'n Kino präsentieren

"Zwischen Alfred Hitchcock und David Lynch“ –

die Filme von Miriam Gossing und Lina Sieckmann


Kuratiert und vorgestellt von Louise Burkart und Karola Gramann

Im Anschluss an die Vorführung Publikumsgespräch mit den Regisseurinnen


Das Programm


Desert Miracles, Gossing/Sieckmann, Deutschland/USA 2015, 10 Min., 16mm auf HD, Farbe, Stereo


Home Stories, Matthias Müller, Deutschland 1990, 12 Min., 16mm, Farbe, Ton


Ocean Hill Drive, Gossing/Sieckmann, Deutschland 2016, 21 Min., 16mm auf HD, Farbe, Stereo


One Hour Real, Gossing/Sieckmann, Deutschland 2017, 12 Min., 16mm auf HD, Farbe, Stereo


und eine Surprise


Desert Miracles

ist die filmische Untersuchung einer ökonomisierten Architektur der Sehnsucht. In 22 Tableaus meditiert der Film über die Interieurs verschiedener Hochzeitskapellen im US-Bundesstaat Nevada und lässt in den opulenten Szenerien die umfassende kulturelle Organisierung des Gefühls „Liebe“ erahnen. Eine weibliche Stimme liest einen ambivalenten Brief an einen unbekannten Geliebten vor, in dessen Verlauf sie sich mit den Herausforderungen moderner Beziehungen in einer anhaltenden Balance zwischen Selbstverwirklichung und Optimierung konfrontiert sieht. Der Text entstand auf der Grundlage verschiedener anonymer Posts in US-Hochzeitsforen. Aus den unterschiedlichen Perspektiven auf das Begehren, auf Beziehungen und gesellschaftliche Erwartungen setzt sich ein einziger fiktiver weiblicher Charakter zusammen.


Das Programm verbindet die aktuellen Arbeiten des Künstlerduos Gossing/Sieckmann mit einer Arbeit von Matthias Müller aus den 1990er Jahren.


Home Stories

Gossing / Sieckmann sehen einen Zusammenhang ihrer eigenen Arbeit mit diesem frühen Film von Matthias Müller. Home Stories ist ein Montagefilm, er besteht aus vom Fernsehgerät abgefilmte Szenen aus Hollywood-Melodramen der 1950er und 1960er Jahre. Immer wiederkehrende Suspense-Motive und Handlungsklischees erlauben es, Szenen aus verschiedenen Filmen mit unterschiedlichen Protagonistinnen nahtlos ineinander übergehen zu lassen. Die Bearbeitung verdichtet den dramatischen Umschlag vom Heimischen zum Unheimlichen; es bildet sich ein imaginäres Kollektiv von Frauen, die in immer wiederkehrenden Situationen gefangen zu sein scheinen. Motive, die sich ebenso in den Werken von Gossing/Sieckmann wiederfinden, jedoch eine andere Ausprägung erfahren.


Ocean Hill Drive

untersucht in dokumentarischen Bildern das seltene Phänomen des 'shadowflicker', welches sich aufgrund einer zu dicht platzierten Windturbine in einer Vorstadtsiedlung nahe Boston ereignet. Der pulsierende Schattenwurf dringt in die häusliche Sphäre verschiedener Eigenheime der us-amerikanischen Suburbia und bewirkt eine hypnotisierende Unterbrechung der Wahrnehmung des Raums. Der sogenannte Flickereffekt, ein aus dem Kontext des Strukturellen Films bekanntes Motiv, taucht hier innerhalb dokumentarischer Aufnahmen verschiedener Wohnräume und Landstriche der amerikanischen Ostküste auf. Die Folgen dieses alltäglich erlebten Flickereffekts im Leben sind gravierend. Das soziale und psychologische Gleichgewicht der Nachbarschaft wird zunehmend erschüttert. Der von einer farblosen Sprecherinnenfigur vorgetragene Text setzt sich aus fragmentarischen Originalaussagen verschiedener Anwohner zusammen. Es entsteht eine lose Narration an der Grenze zwischen Dokumentarischem und Fiktion.


One Hour Real

schaut hinter die Kulissen und Fassaden eines zeitgenössischen Freizeitphänomens: sogenannte Real Life Escape Games. Angelehnt an die Inszenierung populärer Horrorfilme und Ego-Shooter Games findet eine Rückübersetzung des virtuellen in den realen Raum statt. Gefühle von Angst, Kontrollverlust und Gefahr werden innerhalb eines Zeitfensters von einer Stunde in gesichertem Terrain erprobt. In der unvoreingenommenen Betrachtung der automatisierten Mechanismen innerhalb verschiedener Escape Rooms wirft der Film Fragen von Überwachung, Rollenspiel und der Beziehung zwischen Gefangenschaft und Begehren auf.


Als Zugabe gibt es eine Surprise.








13.6.2018

19:30 Uhr

Mal Seh'n Kino



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