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DARKROOM – LIEBE IM KINO

Filmreihe Nov. 2004 – Febr. 2005

"Verquere Liebe" und "Faszination der Diven"


"Verquere Liebe" schlägt einen Bogen vom filmischen Surrealismus der Perversionen hin zum Queer-Cinema. Perversionen sind ein altes Thema der Sexualwissenschaft. Ebenso lässt sich sagen, daß Sexualität im Kino immer schon nicht schlicht normativ, sondern oszillierend dargestellt wurde. Seit Foucault ist die Einschreibung der Perversionen auch und gerade durch den Diskurs der Wissenschaft viel erörtert worden. Dabei ist bislang undiskutiert geblieben, wie viel weitreichender das Kino als die Wissenschaft solche Einschreibung praktiziert hat und praktiziert.

"Queer" wiederum ist ein relativ neuer Begriff, der dafür zur Zeit um so heftiger in der Diskussion ist. Wie Filme die gesellschaftliche Herstellung von Geschlechterrollen reproduzieren und produzieren, damit hat sich die Filmanalyse schon lange beschäftigt. Mit der Queer-Theorie eröffnet sich jedoch eine viel weiterreichende Perspektive, nämlich die eines kulturellen Herstellens von Geschlecht, von etwas also, das wir als naturgegeben anzusehen gewohnt sind.


Im Phänomen der Diva kulminiert ein Liebesverhältnis, welches das Kino zwischen Leinwand und Publikum herstellt - jenseits der Geschlechterrollen im Film, jenseits auch der heimlichen sexuellen Vergnügungen im dunklen Raum des Kinos. Für den Star bereits gilt, das er über fetischistische und voyeuristische sexuelle Strebungen den Zuschauerinnen und Zuschauern ein Befriedigung gewährt. In noch weiterreichendem Sinne trifft dies aber auf die Diva zu. Denn sie hat ein ganz anders Fortleben jenseits des Kinos. Zu ihr gehört etwas Tragisches, ein lebensgeschichtliches Scheitern, das die Größe, den Glanz ihrer artifiziellen Erscheinung bricht und eine existentielle Nähe zu ihrem Publikum schafft.



Im Anschluß an Dark Room fand ein Symposion statt

14. + 15. Januar 2005

Die Filmdiva. Versuche einer Annäherung

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Charlotte Rampling

in Der Nachtportier

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Lange Filmnacht

Matinée

3. / 4. April 2004 schauspielfrankfurt


Kuratiert von Karola Gramann

Moderation Nanna Heidenreich und Karola Gramann


LA VIE EN ROSE

DARKROOM – LIEBESVERHÄLTNISSE IM KINO

April 2004 – Juni 2005

Filmreihe


Die Filmreihe DARK ROOM. Liebesverhältnisse im Kino ist eine Zusammenarbeit der Kinothek Asta Nielsen mit der Filmprofessur und dem Institut für Sexualwissenschaft der J.W. Goethe-Universität zu einem gemeinsamen Seminar von Prof. Heide Schlüpmann und Prof. Martin Danneker im Sommersemester 2004. Das Programm wird kuratiert von Karola Gramann und findet zwischen 26. April und 30 an verschiedenen Orten in Frankfurt am Main statt.


Partner sind das Kino im Deutschen Filmmuseum und das Mal Seh'n Kino.

Die Reihe wird im Herbst fortgesetzt.


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